Ihre Kliniken mit Herz
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Kommunalunternehmen Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach

St. Anna Krankenhaus

und St. Johannes Klinik

Akademische Lehrkrankenhäuser der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Nürnberg

Freitag, 28.08.2020

Vorstand Emmerich - Verabschiedung in den Ruhestand

Sulzbach-Rosenberg. Klaus Emmerich, Vorstand der Landkreiskrankenhäuser verlässt nach knapp 18 Jahren „seine“ Kliniken mit Herz und verabschiedet sich in den wohlverdienten Ruhestand. Roland Ganzmann -seit 2012 stellvertretender Vorstand- übernimmt ab 01.09.2020 die Nachfolge von Herrn Emmerich.

In den acht Jahren seiner Vorstandszeit hat Herr Emmerich maßgebliche Veränderungen für die Kliniken St. Anna und St. Johannes bewirkt und stets für deren Fortbestand und Selbstständigkeit gekämpft.
Das Leistungsspektrum der Landkreiskrankenhäuser wurde stetig weiterentwickelt, hinzu kam die Gründung mehrerer Zentren (EndoProthetikZentrum, lokales Traumazentrum, Kompetenzzentrum Hernienchirurgie, Wirbelsäuleneinrichtung DWG). Umfassende Sanierungen des Krankenhausgebäudes St. Anna Krankenhaus sorgten für eine Modernisierung der medizinischen Infrastruktur.

„Mit seiner hohen sozialen Kompetenz, seiner Innovationskraft und seiner Menschlichkeit hat Herr Emmerich unser Kommunalunternehmen nachhaltig geprägt und das Behandlungsspektrum der Kliniken stetig weiterentwickelt. Ich danke ihm im Namen des Verwaltungsrates und der gesamten Krankenhaus-Familie für sein langjähriges leidenschaftliches Engagement und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wir wünschen ihm für seinen weiteren Lebensweg alles Gute“, so Richard Reisinger, Landrat und Verwaltungsratsvorsitzender.

Herr Emmerich kann auf eine bewegte Karriere zurückblicken. Er studierte Betriebswirtschaft an der Westfälischen Universität Münster, arbeitete knapp 16 Jahre bei der DATEV in Nürnberg (IT-Unternehmen für Steuerberater) und wechselte anschließend für gut drei Jahre als Heimleiter zu einem Caritas-Pflegeheim nach Neunkirchen am Brand.

Klaus Emmerich begann seine Tätigkeit im Kommunalunternehmen im Oktober 2002 als Leiter Rechnungswesen/Controlling. Im April 2012 übernahm er auf Bitten von Landrat Richard Reisinger als Vorstand die Verantwortung für die beiden Krankenhäuser in Sulzbach-Rosenberg und Auerbach.

Ein großes Anliegen ist Herrn Emmerich der Erhalt wohnortnaher Krankenhäuser im ländlichen Raum. Sie sind nach seinen Aussagen ein Stück Lebensqualität und Sicherheit für die Bürger. Deshalb wird er nach seinem Ausscheiden als Vorstand ehrenamtlich weiter für den Erhalt ländlicher Krankenhäuser kämpfen. Er wird außerdem als Dozent in einem Lehrgang für Führungskräfte im Gesundheitswesen an der Fachhochschule Ansbach referieren und damit sein Wissen weitergeben. „Gesundheit ist ein hohes Gut, ich habe sehr gerne im Gesundheitswesen gearbeitet“, so Emmerich.

 

Abschiedsgespräch mit Vorstand Klaus Emmerich

Redaktion: Herr Emmerich, Sie verlassen in wenigen Tagen das Kommunalunternehmen „Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach“ und gehen in ihren Ruhestand. Wenn sie zurückblicken: Was war das größte Highlight ihrer Tätigkeit als Vorstand?

Emmerich: Das größte Highlight waren in meiner Vorstandszeit stets die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des St. Anna Krankenhauses und der St. Johannes Klinik. Das Betriebsklima in unseren beiden Krankenhäusern ist einmalig. Das macht auch das Flair bzw. die Ausstrahlung unserer Krankenhäuser in der Öffentlichkeit aus. Die Kolleginnen sind freundlich, aufgeschlossen für notwendige Veränderungen, engagiert und patientenorientiert. Sie leben die Kliniken mit Herz und bringen sich mit großem Einsatz ein. Ich habe nie ein so gutes familiäres Betriebsklima in einem Unternehmen erlebt wie hier! Dafür bin ich sehr dankbar.

Redaktion: Was war während Ihrer Amtszeit Ihre wichtigste Entscheidung?

Emmerich: Die wichtigste Entscheidung wurde bereits im November 2012, also in meinem ersten Amtsjahr, getroffen. Wir haben in unserer Unternehmensstrategie entschieden, keine medizinische Arbeitsteilung mit benachbarten Krankenhäusern einzugehen. Wir haben entschieden, unser Leistungsangebot kontinuierlich zu erweitern, statt es aus Kostengründen zu reduzieren. Kostensenkungen und Fusionen sind zwar die Empfehlungen der Gesundheitsminister und Gesundheitsökonomen. Sie haben aber in unserer Region dazu geführt, dass die kleinen Krankenhäuser zunehmend unattraktiv und unwirtschaftlich wurden. Hersbruck, Parsberg, Waldsassen und Vohenstrauß sind eindrucksvolle Beispiele dafür, dass Leistungsreduzierung und Kostensenkungsmaßnahmen existenzbedrohend werden können. Die Patienten kommen nicht mehr, die Krankenhäuser werden geschlossen. Stattdessen haben wir genau das Gegenteil getan: Wir haben aufgerüstet, Zentren gebildet, das Krankenhausgebäude saniert, ein Fachärztezentrum errichtet und neue Behandlungsmethoden eingeführt, zum Beispiel das Herzkatheterlabor oder die Wirbelsäulenchirurgie. Die Patienten stimmen diesem Weg zu und würden uns zu 90 % weiter empfehlen, das sagt eine unabhängige Befragung der Patienten über die Weiße Liste der Bertelsmann-Stiftung.

Redaktion: Seit Jahren kämpfen Sie gegen Kliniksterben. Droht das Krankenhaussterben auch im Landkreis Amberg–Sulzbach?

Emmerich: Definitiv nicht! Unser besonderes Glück ist, dass der Landkreis Amberg–Sulzbach das
St. Anna Krankenhaus und die St. Johannes Klinik mit Millionenbeträgen unterstützt. Dies kann nicht hoch genug eingeschätzt werden und ist ein Vertrauensbeweis gegenüber unseren Krankenhäusern. Deshalb darf ich dem Landkreis und auch Landrat Richard Reisinger ein ganz großes Dankeschön aussprechen. Die hohe medizinische Behandlungsqualität unserer Krankenhäuser wäre nicht möglich, wenn wir nicht hohe finanzielle Beiträge des Landkreises erhielten. Im Gegenzug sind wir aufgrund der qualitativ hochwertigen und menschlichen Behandlung unserer Patienten - das dürfen wir selbstbewusst sagen - ein Aushängeschild des Landkreises. Solange dieses Bündnis weitergeführt wird, habe ich keine Sorge um unsere Krankenhäuser. Trotzdem: Es ist ein Skandal, dass Krankenhäuser unserer Größenordnung nicht ausreichend finanziert werden, und der Landkreis Millionenbeträge zuschießen muss. Wir sind kein Wirtschaftsbetrieb, sondern leisten medizinische Hilfe im Rahmen der Daseinsvorsorge. Dafür haben wir Anspruch auf vollumfängliche Kostenerstattung. Dass dieser Anspruch nicht ausreichend erfüllt wird, ist eine bittere Pille. Das Klinikpersonal würde sich mehr Wertschätzung für seine Aufgabe seitens der Gesundheitspolitik wünschen!

Redaktion: Sie haben also keine Sorgen um die Zukunft der Landkreiskrankenhäuser?

Emmerich: Sorge habe ich nicht! Landkreis und Landrat werden die Krankenhäuser weiter unterstützen. Die Mitarbeiterrinnen und Mitarbeiter werden sich weiter engagieren. Mein Nachfolger im Amt des Vorstands, Roland Ganzmann, ist eine sehr gute Wahl! Solange die Krankenhäuser ihren Kurs als selbstständige Krankenhäuser mit hohem Versorgungsangebot fortsetzen, wird es auch in Zukunft das St. Anna Krankenhaus und die St. Johannes Klinik geben. Wohl aber habe ich Wut im Bauch: Die unzureichende Finanzierung, die vielen strukturellen Hürden und eine ausgeprägte Misstrauenspolitik des Bundesgesundheitsministeriums machen uns im Alltag das Leben sehr schwer. Da würde ich mir andere gesundheitspolitische Rahmenbedingungen dringend wünschen.
Redaktion: Was meinen Sie mit ausgeprägter Misstrauenspolitik?

Emmerich: Unberechtigte Vorwürfe über schlechte Qualität in kleinen Krankenhäusern seitens Bundesgesundheitsminister Spahn und der Bertelsmann-Stiftung, massive Überwachungsbürokratie und ein viel zu enger finanzieller Rahmen. Wir leisten medizinische Hilfe, wenn Menschen uns brauchen. Das haben wir insbesondere während der Corona-Pandemie eindrucksvoll bewiesen. Im Gegenzug würden wir uns von Gesundheitsministern und Gesundheitsökonomen mehr Wertschätzung und Unterstützung im Alltag wünschen.

Redaktion: Was wäre Ihre letzte Botschaft an die Region?

Emmerich: Ein ganz großes Dankeschön an die Mitarbeiter(innen) für ihre engagierte Mitarbeit, ein ganz großes Dankeschön an den Landkreis für sein Vertrauen, ein sehr persönliches Dankeschön an Landrat Richard Reisinger. Richard Reisinger war es, der mich vor gut acht Jahren im Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens als Vorstand vorgeschlagen hat. Der Bevölkerung möchte ich signalisieren: Seien Sie dankbar für Ihre Krankenhäuser im Landkreis Amberg-Sulzbach. Wohnortnahe Krankenhäuser sind keine Selbstverständlichkeit mehr. Deshalb schenken Sie uns bitte auch weiter Ihr Vertrauen, wenn Sie auf medizinische Behandlung angewiesen sind.

Klaus Emmerich und Landrat Richard Reisinger
Klaus Emmerich und Landrat Richard Reisinger

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St. Anna Krankenhaus

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Fax + 49 9661 520-210
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Letzte Aktualisierung dieser Seite 31.08.2020
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